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Jahresbericht 2009 veröffentlicht (Juli 2010)
Am 1. Juni 2010 hat der Stiftungsrat den Jahresbericht 2009 über die Tätigkeit der Stiftung im Jahre 2009 verabschiedet und die Jahresrechnung genehmigt. Für Forschungsbeiträge wurden Fr. 634 000.00 ausbezahlt. Drei neue Projekte wurden genehmigt und sechs Projektabschlüsse konnten gewürdigt werden.
Jahresbericht 2009 | PDF-Version

Fish Acute Toxicity Test: The number of animals can be reduced (Juni 2010)
3R-Info-Bulletin 43
Bei der akuten Toxizitätsprüfung an Fischen (OECD Protokoll Nr. 203) werden oft zu hohe und zu tiefe Dosierungen der Prüfsubstanz in das Prüfverfahren miteinbezogen. Dr. Hans Rufli von der Firma ecotoxsolutions analysierte zusammen mit 16 Experten aus dem In- und Ausland historische Daten von hunderten von Agro- und Industriechemikalien. Mit Hilfe von retrospektiven, rechnerischen Simulationen der Versuchsabläufe konnte aufgezeigt werden, dass die Anzahl der Fische um 15% reduziert werden kann; sofern die Vorversuche mit Fischembryonen durchgeführt werden, kann nochmals eine markante Reduktion der Anzahl Fische im Versuch erreicht werden. Dennoch wird die Aussagekraft über die Toxizität von potentiellen Umweltschadstoffen nicht reduziert. Entsprechende Schritte für eine globale Umsetzung (via OECD Richtlinien) wurden eingeleitet.
3R-Info Bulletin 43 | Projekt 114-08

Projektabschluss (Juni 2010)
Development of a novel multicellular 3-dimensional blood brain barrier in vitro model
Dr. Omolara Ogunshola, Institut für Veterinärphysiologie, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich
Im Projekt wurde ein 3D-Modell der Blut-Hirnschranke mit Endothel-Zellen, Astrozyten und Perizyten nachgebildet. Die Zellen bilden in einer Kollagen-Matrix einen Zellverbund mit synergistischer Wirkung. Die physiologische Reaktion des Zellverbandes auf verschiedene Noxen war mit derjenigen im Tierversuch vergleichbar. Mechanistische Untersuchungen über die Funktion der Blut-Hirnschranke können auf diese Weise ohne Tierversuche durchgeführt werden. Die Ergebnisse wurden im Bulletin 42 zusammengefasst und teilweise bereits publiziert.
Projekt 93-04 | 3R-Info Bulletin 42

Projektabschluss (Juni 2010)
Development of a three-dimensional enteric cell culture model for in vitro studies of the intestinal eukaryotic parasites Cryptosporidium spp.
Prof. Dr. Alexander Mathis, Institut für Parasitologie, Universität Zürich
Für Untersuchungen von pathogenen Darmparasiten werden diese aus Wirtstieren (neugeborenen Kälbern) isoliert. Um diese Tiere zu ersetzen, wurde mit Hilfe eines rotierenden Kultursystems versucht, epitheliale Darmzellen zu kultivieren und darauf Cryptosporidium parvum-Parasiten zu vermehren. Die Zellkulturen konnten erfolgreich etabliert werden und sind als intestinales in vitro Modell des Darmepithels zu betrachten. Die Vermehrung der Parasiten in den Zellkulturen war aber sehr gering und auf zwei Tage beschränkt. Die Ergebnisse sind in der erweiterten Kurzfassung zusammengefasst.
Projekt 97-05

Neues Mitglied von Stiftungsrat und Expertenausschuss (Juni 2010)
Am 1. Juni 2010 hat der Stiftungsrat Frau Ingrid Kohler, Dr. med. vet., Mitarbeiterin des Bundesamtes für Veterinärwesen, Bern, als neues Mitglied des Stiftungsrats und des Expertenausschusses gewählt. Sie folgt auf Frau Ursula Moser, lic. phil., von deren Rücktritt der Stiftungsrat, unter bester Verdankung der geleisteten Dienste, Kenntnis nahm.
Stiftungsrat | Expertenausschuss

EU Projekt erfolgreich abgeschlossen (Mai 2010)
START-UP: Scientific and Technological issues in 3Rs Alternatives research in the process of drug development and union politics
Projektträger: ecopa - European Consensus Platform for 3R Alternatives to Animal Experimentation
Das Projekt wurde als 2-jährige “Support Action (n° 201187) innerhalb des FP7-HEALTH-2007-1.3-2 mit dem Titel “Bottlenecks in reduction, refinement and replacement of animal testing in pharmaceutical discovery and development” durchgeführt. In drei vorbereitenden Experten-Treffen wurden die kritischen Fragen und Lösungsansätze identifiziert. Das Experten-Treffen in Basel über die 3R auf dem Gebiet der Krankheitsmodelle bei Versuchstieren, wurde im September 2008 von der Stiftung Forschung 3R organisiert. Im zweiten Jahr folgten Arbeitstagungen in Rom, Innsbruck und Budapest, an welchen mögliche Verbesserungen zu jedem der 3R-Grundsätze präsentiert wurden. Die Gesamtheit der Vorschläge zur Umsetzung der 3R wurde im Mai 2010 in einem Bericht von 230 Seiten zu Handen der EU-Kommission zusammengefasst. Dieser Bericht soll helfen, Prioritäten in der Unterstützung von 3R-relevanten Methoden im FP8 zu setzen.
Poster zum Projekt

The blood-brain barrier in a dish: a new multicellular in vitro model (Februar 2010)
3R-Info-Bulletin 42
Die Blut-Hirnschranke schützt das Hirn, wird aber bei verschiedenen Krankheiten (z.B. bei Hirnschlag, Alzheimer, NeuroAIDS) in ihrer Funktion beeinträchtigt. Im Labor von Dr. Lara Ogunshola gelang es, aus drei wichtigen Zelltypen (Epithelzellen, Astrozyten, Perizyten) ein in vitro 3D-Modell der Blut-Hirnschranke nachzubilden. Die physiologische Reaktion auf hypoxische Zustände entsprach der in vivo Situation. Komplexe Vorgänge, wie die synergistischen Interaktionen zwischen verschiedenen Zelltypen konnten untersucht werden. Mit dieser Versuchsanordnung wird es möglich, zahlreiche Fragen über die Funktion der Blut-Hirnschranke ohne Versuche am Tier zu beantworten. (Projektabschluss März 2010)
3R-Info Bulletin 42 | Projekt 93-04

Neuer Experte (Dezember 2009)
Am 9. Dezember 2009 hat der Stiftungsrat Herrn Martin Reist, Dr. med. vet. et Dr. sc. nat. ETH, PhD, Leiter des Veterinary Public Health Instituts (VPHI) an der Vetsuisse-Fakultät, Universität Bern, als Mitglied des Expertenausschusses gewählt.
Expertenausschuss

Neues Projekt (Dezember 2009)
Embryonale Stammzellen als in vitro Modell der Gewebsinflammation gegenüber Implantatmaterialien (INFPLANT)
Prof. Dr. Maria Wartenberg, Friedrich-Schiller-Universität Jena, und Prof. Dr. Heinrich Sauer, Justus-Liebig-Universität Giessen, Deutschland
Bei künstlichen Implantaten (Zahnimplantate, Gefässe, Herzklappen) ist es wichtig, dass sie nicht durch das Immunsystem abgestossen werden. Dies wird zur Zeit noch in Tierversuchen abgeklärt. Um solche Untersuchungen zu ersetzen, soll aus embryonalen Stammzellen der Maus ein immun-kompetentes Zellkultursystem entwickelt werden. Anders als bei bestehenden, einfachen in vitro Verfahren wird erwartet, dass entzündliche Reaktionen und die Gefässbildung erkannt werden können.
Projekt 117-09

Neues Projekt (Dezember 2009)
Organotypic slice cultures derived from brains obtained from slaughterhouses as an in vitro alternative for the investigation of neuroinfectious diseases in ruminants
Dr. Anna Oevermann and Dr. Torsten Seuberlich, Vetsuisse-Fakultät, Universität Bern, Schweiz
Bis heute können Untersuchungen über die Ursachen von spongiformen Enzephalophatien (z.B. Prionen) oder Listeriosen (Listerien) bei Wiederkäuern nur an infizierten Tieren durchgeführt werden. Im Projekt werden aus dem Hirn von geschlachteten Wiederkäuern (Kälber, Schafe) Gewebeschnitte aus verschiedenen Hirnregionen hergestellt und in vitro kultiviert. Falls in den Hirnschnitten Strukturen und Funktionen erhalten werden können, die in vivo ähnlich sind, wird es möglich sein, die Ursachen (Mechanismen) dieser Erkrankungen besser abzuklären und infektiöses Material für die Untersuchungen ohne lebende Tiere zu gewinnen.
Projekt 116-09

Projektabschluss (Dezember 2009)
Establishment of a murine syngeneic co-culture system of intestinal epithelial cells with intraepithelial T-lymphocyte subsets
Prof. Dr. Christopf Müller, Institut für Pathologie, Universität Bern, Schweiz
Im Projekt wurde ein Kokulturen-System zwischen menschlichen Zellen und Mäusezellen entwickelt. Damit ist es möglich, die Interaktion zwischen Epithelzellen des Darmes und den intraepithelialen Lymphozyten (sie unterscheiden sich von den übrigen T-Lymphozyten) zu untersuchen. Die Erkenntnisse können direkt für klinische Anwendungen beim Menschen genutzt werden. Dadurch wird die Anzahl der Tiere für mechanistische zukünftige Untersuchungen stark reduziert.
Projekt 98-05

A novel in-vitro cell model of the human airway epithelium (Oktober 2010)
3R-Info-Bulletin 41
Die Firma Epithelix entwickelte aus primären humanen Zellen ein Lungenepithel (MucilAir), welches über mehrere Monate kultiviert werden kann. Das Gewebe zeigte ähnliche strukturelle und funktionelle Eigenschaften wie in vivo. Dr. Song Huang und Mireille Caulfuty untersuchten die optimalen Kulturbedingungen und definierten standardisierte Testverfahren (Expositionszeit, Versuchsdauer). Das in vitro Modell dient zur Abklärung der Toxizität von Stoffen und Partikeln, welche über die Atemluft aufgenommen werden können. (Projektabschluss Mai 2009)
3R-Info Bulletin 41 | Projekt 106-07
Informationen für Gesuchsteller und Projektleiter

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Weitere 3R News


European Consensus Platform for 3R Alternatives to Animal Experimentation


EU Alternative Testing Strategies: Progress Report 2009


UK National Centre for the Replacement, Refinement and Reduction of Animals in Research


The global clearinghouse for information on alternatives to animal testing


Non-animal Methods for Toxicity Testing


The European Partnership for Alternative Approaches to Animal Testing

Aktuelle 3R Tagungen


European Congress on Alternatives to Animal Testing 2010 in Linz (A), September 2-4, 2010.


8th World Congress in Montreal, August 21-25, 2011.



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